Sportpark Bergheim bald Lukas-Podolski-Stadion?
Von Dennis Vlaminck, 13.07.10, 11:53h, aktualisiert 13.07.10, 17:55h
Das Bergheimer Stadion soll wohl bald nach Lukas Podolski benannt werden. Denn er beteiligt sich an einem Kunstrasenplatz, dafür soll das Sportparkstadion seinen Namen tragen. Aus Südafrika soll er per SMS nachgefragt haben, ob die neuen Tore schon da seien.
Bergheim - Lukas Podolski hat bei der WM in Südafrika offenbar nur zwei Dinge im Kopf gehabt: den (letztlich doch verpassten) WM-Titel - und seinen alten Fußballplatz in Bergheim. Per SMS soll der berühmteste Sohn der Stadt ständig Kontakt mit dem Rathaus gehalten und immer wieder gefragt haben, ob denn die von ihm gespendeten Tore für das Sportparkstadion schon da seien.
Der FC-Kicker und Nationalspieler engagiert sich mächtig für die Stadt, in der er aufwuchs und als Jugendlicher bei Jugend 07 Bergheim (heute FC Bergheim 2000) spielte: Er zahlt die Sanierung des Platzes im Stadion, kaufte neue Tore und hat über den FC bereits Umkleidebänke- und schränke sowie Spielerbänke nach Bergheim bringen lassen.
Besuch in Bergheim
Kaum zurück aus Südafrika, war Podolski gestern heimlich zu Besuch in Bergheim, um sich mit der Verwaltungsspitze zu treffen - er plant offenbar eine Riesenspende: 160 000 Euro will er in die Kreisstadt für den Bau eines Kunstrasenplatzes fließen lassen - als „persönlicher Beitrag zur Förderung der Jugend und der Integration“, wie es bei der Stadt heißt.
Bereits am Montagabend begrüßte der Stadtrat das Vorhaben mit großer Mehrheit. Weil Podolskis Geld für einen ganzen Kunstrasenplatz nicht reichen würde, hat der Rat gleichzeitig entschieden, Mittel aus dem Konjunkturpaket II umzuschichten - 250 000 Euro fehlen noch. Dafür wird die Sanierung des Sportlerheims am Stadion aufgeschoben. Die Vorsitzenden von Hilal Maroc, SV Viktoria Thorr und FC Bergheim 2000 haben dazu bereits ihr Einverständnis erklärt.
Als Dankeschön für die Spende will sich Bürgermeisterin Maria Pfordt dafür einsetzen, das Stadion in Süd-West in „Lukas-Podolski-Stadion“ umzubenennen. „Podolski ist ein Vorbild, das wäre ein Imagegewinn für Bergheim“, sagt Pfordt. Sie lobte sein Engagement: „Er nimmt eigenes Geld in die Hand, um es in seiner Heimat einzusetzen - das machen nur wenige Sportler.“ Weitere geplante Anerkennung: Anfang August soll ein feierlicher Empfang für Podolski in Bergheim stattfinden.
Lediglich die Grünen verweigerten dem Kunstrasenprojekt ihre Zustimmung. Fraktionsvorsitzender Peter Hirseler sprach von einem „PPP-Modell - Poldis Plastik-Platz“. Ein Kunstrasen müsse irgendwann auch einmal entsorgt werden, kritisierte Hirseler. Auch gegen die Verschiebung der Sportlerheim-Sanierung protestierte der Grüne. „Das Haus frisst nun weiter Energie. Mit Nachhaltigkeit hat das nichts zu tun.“
Was die Sanierung des Sportlerheims angeht, setzt die Stadtverwaltung verstärkt auf das Engagement der drei Fußballvereine, die den Sportpark nutzen. Vor allem die Umkleiden und die Duschen lassen demnach zu wünschen übrig - an der Decke der Duschen wuchert der Schimmelpilz. Harnafi Mohamed, Vorsitzender von Hilal Maroc Bergheim, hat bereits signalisiert, „deutlich mehr machen zu wollen“.
Neuer Platz auch in Glesch
Die Stärkung von Vereinsengagement liegt auf der Linie der Politik in Bergheim. So soll nun auch Glesch einen Kunstrasenplatz bekommen - der BC Viktoria Glesch hat Eigenleistungen und eigene Mittel in Höhe von rund 150 000 Euro zugesagt. Rund 230 000 Euro kommen aus Mitteln des Konjunkturpakets II hinzu. Der Bau einer behindertengerechten Toilette in Bergheim fällt dafür weg, weil der Einsatz des Vereins honoriert werden sollte. Auch die Nutzungsentgelte für Sporthallen und -plätze sollen nach dem Willen des Rates entfallen und durch ein neues System ersetzt werden, das Engagement von Vereinen belohnt. Die Stadtverwaltung muss dieses System jedoch erst noch entwickeln.





